6. Lipödemtag in Hannover

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Da ich mich immer wieder wie Bolle über meinen Koffer freue, zeige ich ihn Euch auch immer wieder gern. Dieses Bild machte ich am Freitag morgens, und ein kleines Mitbringsel steht auch dort. Ganz schön finde ich, dass meine Handtasche, die mir mal ein ganz besonderer Mensch schenkte, farblich zum Koffer passt ❤

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Es war der 13.05.2017 und die Nacht war viel zu kurz. Wir konnten echt gut schlafen, denn diese Boxspringbetten im Ibis City Hotel waren sehr bequem.

Es versprach ein warmer Tag zu werden, also entschloss ich mich heute mal ganz mutig zu sein und etwas weiter ausgeschnittenes zu tragen.

Ich hatte das Schmetterlingsoberteil grad erst bestellt und fand, es sei ein würdiger Anlass, es mal auszuführen.

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Ein bisschen gerädert von der Nacht war ich ja schon, da ich mich noch so lange mit so vielen netten Lipmädels unterhalten habe. Eigentlich wollte ich Freitagabend gar nicht ins Bett, doch mein Körper war anderer Meinung. Manchmal ist es sinnvoll auf ihn zu lauschen und nachzugeben. Das sag‘ ich mit meinen Dickschädel, aber nun gut.

Also rein in die Kompriversorgung und Männlein wecken.

Es erwartete uns ein sehr leckeres Frühstücksbuffet mit allem was das Herz begehrt und ich futterte sehr genüsslich ein Brötchen und Ei und hatte mit der lieben Tanja und Sebastian tolle Frühstückspartner. Es gab eine Menge zu lachen :-))

Was uns alle amüsierte war die kleine „Invasion“ der Lipmädels im Frühstücksraum. Ich glaube, wir belegten gemeinsam um die 12 Tische bzw. die riesenlange Couch. Tanja und ich witzelten rum, und waren uns einig „Schönheit braucht halt viel Platz und einen grossen Hintern“.  Es tat mir sehr gut, in einer Reihe von sehr netten Frauen nicht so sehr aufzufallen wie sonst. Ich achtete nicht darauf, wie die anderen guckten und genoss es einfach.

Wisst ihr, wenn ihr mal meine Körperformen habt oder hattet, dann wisst ihr wovon ich spreche. Grade bei diesem Thema möchte ich auf meine liebe Barbara zu sprechen kommen. Sie hat auch schon soviel erreicht und viel abgenommen und viel gelitten. Sie ist eine so liebenswerte Frau. Danke, dass ich dich kennenlernen durfte. Gemeinsam lachten wir viel – egal was uns das Leben vor die Füsse warf. Doch nicht nur Barbara war so eine starke nicht zu vergessende Persönlichkeit, nein, Tanja, Dagmar, Nicole, Sabine, Isabell, Caroline und und und. Jede der Frauen hat diese dumme Erkrankung und jede dieser Frauen lachte aus tiefster Seele und sie beeindruckten mich so sehr.

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Ich gebe zu, dass ich Tage habe, in denen ich zu Haus sitze und einfach weine, mir die Frage stelle, was noch kommt oder warum ich? Kennt ihr das? Doch ich weiss nun, dass es mir nicht alleine so geht, dass ich kein Einzelfall bin, sondern eine von vielen.

Denn jede von uns ist einzigartig und hat schon viel erlebt. Eigentlich müssten man die Geschichten sammeln und ein Buch drucken lassen; ich fände das sehr, sehr spannend. Trotz oder grade deswegen sind diese Frauen mit ihren Männern so herzlich und so stark!

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Nur einige der illustren Runde und jede so einzigartig :-)) Danke, dass ich euch endlich mal persönlich kennenlernen durfte. Allein das war alles Wert. Ganz links im Bild sitzt übrigens Frau Dr. Nicole Langner (muss ich erwähnen), sie hat ganz frische neue Arme und sie hat sich so sehr verändert, nicht nur durch die vielen Operationen, sondern auch durch Torsten Prix‘ Programm und ihren eisernen Willen abzunehmen. Toll!

So, es ging weiter, nach einem tollen Frühstück wurde sich nochmal aufgehübscht,  und los ging’s. Wir fuhren mit Nicole und Sabine zum Veranstaltungsort Freizeitheim Linden, Windheimerstrasse 4 in 30451 Hannover.

Nun begann der 6. Lipödemtag in Hannover.

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Mit dem Parkplatz haben wir richtig Glück gehabt, und hoffentlich nicht den netten MEDI-Mitarbeiter geärgert. Nun wurden die Rampen ausgefahren und der Rollstuhl hinausgefahren. Mit dem Aufzug ging es auch sehr gut in den Veranstaltungsraum.

Die Eröffnung wurde von Marion Theler , Nadine und Peggy geleitet.  Wir waren sehr gespannt auf die Vorträge.

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Den Anfang der Vortragsreihe machte Dr. Mario Brandenstein. Er erzählte von seinen OP-Techniken (Tumeszenzlösung oder WAL-Technik)  und welche Komplikationen auftreten könnten.

Denn eine Liposuktion wird oft unterschätzt. Es ist kein Schönheitseingriff, nicht immer, sondern wie jede Operation birgt sie auch Gefahren. Es könnten nach der OP Verletzungen, Schwindel, Schwäche, Kreislaufprobleme, Infektionen, Periodenblutungen, Schwellungen und  Hämatome auftreten.

Es war ein sehr sympathischer Vortrag, auch wenn die eine oder andere der anwesenden Damen große Augen, machte als er ein nekrotisches Bein zeigte. Nekrotisches Gewebe ist totes bzw. abgestorbenes Gewebe.  Dr. Brandenstein überzeugte viele Damen mit seinem charmanten Lächeln, und ich denke, er wird in Zukunft einiges zu tun haben.

Auch erwähnte er die Nachsorge nach einer Operation und erklärte wie sie es handhaben.

Ein kleines bisschen kannte ich Dr. Brandenstein ja schon, schliesslich war ich in seiner Sprechstunde. Er ist ein Arzt, vor dem ich mich nicht geschämt habe und ich bin Nicole so dankbar für diese tollen Arztkontakt!  Mittlerweile gibt es ja schon eine Facebookgruppe und alle Damen freuen sich über ihre operierten Körperteile bzw. sind happy, dass der „Mann mit den tollen blauen Augen“ sie operierte. Nun bin ich in einigen Wochen auch an der Reihe. 😉 ich bin gespannt, wie es weitergeht 😉

Nun war erstmal Pause und ich versuchte, zu den Ausstellern zu kommen. Viele Frauen freuten sich, mich zu sehen und viele kannten meine Geschichte. Es berührte mich ein wenig, denn ich bin doch niemand Besonderes. Leider bin ich nur eine dicke, nicht so gesunde Frau, die versucht anderen zu helfen, und vor allem Transparenz schaffen in Sachen Lipödem.

Nach der Pause ging es weiter mit Frau Brüggen und Frau Wolf, die beide für die Firma Juzo arbeiten. Sie erklärten wunderbar den Unterschied zwischen Flachstrick und Rundstrick, und zeigten auch wie die Anziehhilfen funktionieren.  Durch diesen Vortrag erfuhr ich auch das es Anziehhilfen gibt, die bis 100 cm Beinumfang funktionieren.  Auch Lymphpads zur Schonung der Haut, BH- Befestigungen für einen Bolero, Reißverschlüsse auf Kompressionshosen und vieles anderes zeigten sie uns. Auch dort ein sehr nettes dynamisches Duo und hat mir wieder gezeigt was es alles gibt was ich noch nicht kannte. Danke.

Es folgte Schlag auf Schlag. Dr. Klasmeyer hielt einen Vortrag, und auch er war sehr kompetent und freundlich und beantwortete gern viele Fragen. Er machte einen sehr freundlichen Eindruck auf mich und war nicht wie andere Ärzte so von „oben herab“! Toll ging er auch mit nicht geplanten Wortmeldungen um und auch das zeichnet ihn aus.

Leider verpasste ich den Vortrag übers Lymphsystem, da ich noch im  Ausstellungsraum um Rat fragte und es so einige längere, aber informative und schöne Gesprächsergebnisse gab. Auch bekam ich tolles Infomaterial.

ausbeuteSchaut mal selbst meine Ausbeute ;-))

Ein Anwalt sprach auch einen Vortrag und ich glaube er wird viele Frauen demnächst vertreten 🙂 Danke, dass sie mit uns kämpfen Herr Mamdouh Abdel-Hamid.

Dann kam eine Schwungvolle Präsentation von  Luna Largo, eine Firma, die mit Orthopäden und Sanitätshäusern zusammenarbeitet und Jeans für Lipödem-Betroffene entwickelten bis Grösse 56.  Leider bin ich nicht bis zum Anprobieren gekommen, da ich immer wieder nett aufgehalten wurde. Auch war mein Weg mit dem Aufzug recht umständlich und für mich ungeduldiges Menschlein immer etwas nervig.  Zum Glück traf ich auch Mark Castens, ein Politiker aus Ovelgönne, der mit seinem „Know How“ sehr, sehr viel half. (sehr erwähnenswert: das Projekt „ein letzter Wunsch“). Es war herrlich, ihn endlich mal knuddeln zu können. Leider fuhr er frühzeitig heim, so dass ich ihm den Mayschoßer Spätburgunder gar nicht geben konnte.

Das Finale bestritt Frau Dr. Nicole Langner mit Torsten Prix von „Extrem schwer„. Torsten Prix hat durch seine Erfahrung und durch seine immense Gewichtsabnahme sich umgeschult auf Personalcoach und hilft Menschen ihre Gewohnheiten abzulegen und sich gesund zu ernähren. Wer, wenn nicht er, weiss wie es ist über 250 kg zu wiegen, wer, wenn nicht er, kennt alle möglichen Ausreden, um seinen Po nicht bewegen zu müssen. Ich habe da ein bisschen was mit dem Torsten gemeinsam und ich bin so froh diesen Vortrag gehört zu haben.  Nicole fungierte als „Versuchskaninchen“, gerade bei Lipödemfrauen ist es ja gar nicht einfach abzunehmen. Nicole versuchte sein 10 Wochen Programm und nahm unglaubliche 15 kg ab.  Trotz das sie viel in der Zeit durchmachte an OPs und nicht wirklich Sport treiben konnte. Sie erzählte von ihren Erlebnissen und wie sie sich fühlt. Auch Torsten war ehrlich, offen und machte kein Schnickschnack. Ich war begeistert und gern würde ich mitmachen wollen. Wie genau ich das anstelle wird sich zeigen. Wenn es soweit ist werde ich das natürlich auch berichten.

Danke auch an Nicole, die so viele Operationen durch hat, dass du dich trotzdem für die Lipgemeinde einsetzt, um ein Zeichen zu setzen. Es geht alles, wenn man es nur versucht!

Irgendwann wird es einen Lipödemtag  geben und dann werde ich die Treppen laufen!! Jedenfalls arbeite ich so gut es geht mit, um gesünder zu werden *fest vornehm*.

So, im Freizeitheim war nun erstmal Schluss und wir freuten uns auf das
MAREDO STEAKHOUSE.

Durch diverse Dinge in meinem Leben war ich noch nie in einem Steakhaus. So war da erste Mal das ich in einem Steakhaus war und ich war gespannt.

Mein Mann und ich bestellten uns eine Grillplatte für zwei Personen und es war echt viel. Schaut mal .

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Doch so leckere gebratene Maiskolben hab ich noch nie gegessen *Jammy* da waren mir auch die Kalorien egal.  Das Fleisch war auch sehr zart und es zerging auf der Zunge. Also ich denke ich werde nochmal mit viel Ruhe in ein Steakhaus gehen und mich den Köstlichkeiten hingeben.

Mit an Tisch hatte ich ganz nette Menschen. Leider weiss ich den Namen nicht mehr von der Dame links von mir (Nachtrag; Birgit !! Sie war die Unbekannte)  aber Martina  wird mir noch lange mit ihrer kreativen Art und den herrlich gelben Farbakzenten in Erinnerung bleiben.

Inge Grothe, die Leiterin der Düsseldorfer SHG (Link geht zu Facebook), saß mit uns am Tisch und wir freuten uns auf ein geselliges Beisammensein. Inge ist ein sehr lieber Mensch die ebenso eine tiefe Geschichte mit sich trägt, die den Zuhörenden nicht kalt lässt. Deshalb finde ich es wichtig auch mal zu sagen: Inge, Du machst das ganz prima mit der SHG und deinem Enkel sowie viele andere Dinge! Dein Enkel kann stolz sein, so eine liebe Omi zu haben. Lass dich nicht unterkriegen.

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Ich möchte einfach auf die Selbsthilfegruppen hinweisen denn sie sind so wichtig. Erstens kommt man als selbst Betroffener selber mal raus aus seinem Haus und man merkt plötzlich, dass man nicht allein ist. Gespräche können geführt werden und wichtige Informationen geteilt werden. Es ist einfach wichtig für die Seele.

So nachdem ich mir meinen Bauch so richtig lecker gefüllt hatte und wir Susanne und Frank richtig kennenlernten ❤  (leider viel zu kurz) gingen wir zum Auto.  Hier noch einige Fotos von anderen Lipödemteilnehmer die mit uns im Steakhaus waren.

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Hier nochmal meine neuen *Lukibeinchen* ich muss sie einfach nochmal zeigen 🙂 sorry aber ich freue mich immer und immer wieder!!

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Abends im Hotel saßen wir noch zusammen, sprachen, lachten und ließen den Tag Revue passieren.

Hier geht vor allem an den Lipödem-Hilfe e.V. ein riesiges Lob.

Insbesondere Marion, Peggy und Nadine, die sich immer und immer wieder so ins Zeug legen für uns alle!!

von links nach rechts sehen wir Torsten Prix, Peggy Auma, Marion Tehler,
Dr. Mario Brandenstein, Rechtsanwalt Mamdouh Abdel-Hamid und Nadine

DANKE, denn ohne Euch und ohne Euren Einsatz wäre ich nicht von so vielen Menschen umgeben, die mir helfen und die mich verstehen. Danke auch, dass ihr all das auf Euch nehmt. Manchmal ist das Ganze ja nicht einfach, es muss organisiert, geplant und gefachsimpelt werden, Vortragsredner gesucht und Ärzte gefunden werden. Doch ihr habt es geschafft, diesen Tag für mich unvergesslich zu gestalten!

Am Abend saßen wir noch bis 1 Uhr oder so in der Lobby und haben ganz leckeren Vitaminschnaps genossen ;-)) Danke DAGMAR für viele Denkanstösse und deinen leckeren Nimm2Schnaps!

 

Ich hoffe, ihr hattet beim Lesen so viel Spaß wie ich an diesem Wochenende

 

 

 

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8 Kommentare zu „6. Lipödemtag in Hannover

Gib deinen ab

      1. Ich gehörte zu der kleinen Gruppe, die sich am Ende deinen Rollstuhl geliehen hatte. Ich hatte die Frau auf dem Weg nach draußen untergehakt, war dann aber schon durch die enge Tür, als ihr das mit dem Rollstuhl geregelt habt.

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  1. Liebe Fine in Essen bei der Menschenkette sah ich Dich zum ersten mal,
    Ich dachte mir man müsse die KK verklagen wegen unterlassener Hilfeleistung bei einer so schwer betroffenen Lipdame. Leider hatten wir in Essen keine Möglichkeit miteinander zu sprechen,was wir aber dann am Telefon reichlich nachholten.Ich lud Dich in unsere Düsseldorfer SHG ein,und wir konnten so viel von Deinen persönlichen weiteren Werdegang miterleben.In Hannover war ich positiv überrascht wie Du positiv Du Dich verändert hattest,nicht nur optisch sondern Du strahltest auch soviel Optimismus aus und warst bereit den langen schweren Weg zu gehen,der noch vor Dir liegt.Wie lieb Du in Deinem Blog über mich geschrieben hast,das hat mich total berüht und ich konnte meine Tränen nicht unterdrücken.Ich bin mir sicher,Du schaffst den Weg die Treppen in Hannover bald zu gehen <3.
    Liebe Grüße
    Inge

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    1. das ist lieb von dir und ich freue mich so sehr. Damals warst du für mich nur die Dame mit dem roten Scooter und ich traute mich nicht so ganz. Doch diese Zeiten sind vergangen.. langsam aber sicher kommt es auch bei mir an das ich ICH bin . ich drück dich ganz dolle

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    1. ach Alex nächstes Jahr bist du dabei und hoffentlich auch im selben Hotel , damit du diese Erfahrungen mitnehmen kannst . Wir sind alle so liebe Menschen und ich bin sicher du wirst dich wohl fühlen. 🙂 werd schnell wieder gesund.

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